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Dieses Thema hat 12 Antworten
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Seiten 1 | 2
Steven Burns Offline

Administrator


Beiträge: 5.182

16.07.2007 14:53
#11 RE: Faschisten, auch bei euch! antworten

Nicht doch

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Steven Burns Offline

Administrator


Beiträge: 5.182

02.08.2007 21:25
#12 RE: Faschisten, auch bei euch! antworten

Im Folgenen mal 4 Artikel aus einer Lokalzeitung in meiner Stadt:

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Steven Burns Offline

Administrator


Beiträge: 5.182

02.08.2007 21:25
#13 RE: Faschisten, auch bei euch! antworten

Germanen-Kult als modische Spielerei mit verstecktem Code
Von Oliver Schlicht



Für Verstimmung sorgte gestern in Magdeburg die Eröffnung eines " Thor Steinar " -Shops im Hundertwasserhaus. Der Vermieter sah sich angesichts des Imageschadens gezwungen, die Prüfung der Kündigung des Mietvertrages bereits am Nachmittag anzukündigen.

Magdeburg. Markige Runen, finster blickende Donnergötter und die nordische Tierwelt Wolf, Bär und Adler – das sind die archaischen Welten, mit denen " Thor Steinar " auf Shirts, Hemden und Hosen Käufer lockt. Bei rechtsgerichteten Kunden erfreut sich der germanische Dress besonderer Beliebtheit. Sie werden bei " Thor Steinar " nicht plump mit Nazi-Insignien angesprochen. Die Kollektion umweht eine fesch-nordische Aura. Stetig darauf bedacht, nicht unmittelbar in den Verdacht eines rechten Lifestyles zu geraten – sie bedient ihn aber dennoch sehr geschickt.

Dafür gibt es Beispiele. So lautet der Name des Magdeburger Shops " Narvik ". Das ist der Name einer Hafenstadt in Norwegen. Aber eben auch der Ort einer deutsch-britischen Seechlacht im Zweiten Weltkrieg. Hitler hatte im April 1940 den Befehl gegeben, zwecks Kontrolle des skandinavischen Erzes Norwegen zu besetzen. Dabei wurde Narvik von deutschen Bombern zerstört.

Die martialische Aufmachung von " Thor Steinar " -Textilien wird häufig durch die Verwendung von Tarnfarben unterstützt. Dies ist im Militarylook nichts Ungewöhnliches. Nur sehen die " Thor " -Tarnflecken dem Tarnmustertyp " Zürich " der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS verdächtig ähnlich.

Gerichtliche Auseinandersetzung gab es um das Logo der Modekette, das wegen seiner Nähe zum Doppelrunen-Symbol der SS in mehreren Gerichtsverfahren verboten wurde. Zeigt das alte Logo die Runen " S " und " T " auf rotem Schild, steht nun die " G " -Rune mit zwei Punkten für die " Thor Steinar " -Mode.

Der Markenname nimmt Bezug auf Thor, dem Donnergott der germanischen Mythologie. " Steinar"– zu dieser Bewertung kam das Landgericht Neuruppin im November 2004 – könnte als gewollte Anspielung auf den Namen des SS-Generals Felix Steiner gesehen werden, der im Zweiten Weltkrieg die Division " Wiking " der Waffen-SS geführt hatte. Könnte, wohlgemerkt. Und das ist sehr typisch für das " Modehaus " " Thor Steinar ".

Hier wird mit Sinngebungen gespielt, Andeutungen lassen Raum für Spekulationen, die nicht zufällig stetig in die gleiche Gesinnungsecke deuten. Dem unbedarften Betrachter der aktuellen Kollektion drängt sich der Verdacht auf, einem Dress-Code aus Zahlen, Bildern, Orten und Botschaften gegenüberzustehen, den nur ein eingeweihter Personenkreis zu entschlüsseln vermag.

Der " Thor Steinar " -Erfi nder, die Firma MediaTex GmbH aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen, betont, mit Inhalten jenseits des Germanenkults nichts zu tun zu haben. Die Firmengründer Axel Kopelke und Uwe Meusel widersprachen Presseberichten, sie würden rechtsextreme Mitarbeiter beschäftigen. " Der konstruierte Zusammenhang zwischen Thor Steinar und der Verwendung von Runen in der Zeit von 1933 und 1945 zeigt geschichtliche Unkenntnis und hat mit Thor Steinar nichts zu tun ", heißt es in einer Kundenmitteilung aus dem Jahr 2004.

Eine ähnliche Aussage aktuelleren Datums findet sich auf der Homepage des Unternehmens allerdings nicht. MediaTex illustriert dort stattdessen mit jeder Menge Urteilen, Zeitungsartikeln, Gegendarstellungen, Interviews und so weiter die Diskussion um ihre Marke.

" Thor Steinar " -Textilien ist mit Verboten nicht beizukommen. Dies haben die bisherigen Gerichtsverfahren gezeigt. Nicht nur im Internet, auch in Geschäften, die mehrere verschiedene Modemarken führen, müssen Wotan und Konsorten als Livestyle-Objekte herhalten.

Ärger rund um die " erste Designermarke von und für Rechte " ( Die Zeit ) ist nichts Neues. In Halberstadt hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft dem Germanen-Laden " Ragnarök " erst kürzlich den Mietvertrag gekündigt. Dort geht Germanien seit über zehn Jahren über den Ladentisch. Auch hier wird die Kollektion " Thor Steinar " verkauft. Auszugstermin der Shopbetreiber ist Ende September. Das Gerücht einer Neueröffnung an anderer Örtlichkeit macht in Halberstadt schon die Runde.



Polizei bewacht Szeneladen


Magdeburg ( ddp ). Die Proteste gegen einen Bekleidungsladen der rechten Szene im Magdeburger Hundertwasserhaus dauern an. An einer Demonstration vor dem Geschäft hatten sich am Freitagabend rund 30 Personen aus der linken Szene beteiligt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Ein 19-Jähriger habe bei dem Protest die Ladentür beschädigt, gegen ihn werde ermittelt. Als mehrere Rechtsradikale in der Nähe des Geschäfts auftauchten und die Demonstration stören wollten, verhängte die Polizei gegen sie Platzverweise.

Am Freitag war bekannt geworden, dass in dem von Friedensreich Hundertwasser entworfenen Haus das Geschäft " Narvik " eingezogen ist. Es führt unter anderem die in der rechten Szene beliebte Kleidungsmarke " Thor Steinar ". Vermieter der Ladenfläche ist das katholische Siedlungswerk St. Gertrud. Bischof Gerhard Feige hat das Unternehmen angewiesen, den Mietvertrag so schnell wie möglich aufzulösen.



Mahnwache vor Hundertwasserhaus


Am Hundertwasserhaus in Magdeburg haben gestern 150 Vertreter aus Politik, von Kirchen und Gewerkschaften, darunter Innenminister Holger Hövelmann und Justizministerin Angela Kolb ( beide SPD ), demonstriert.

Mit der Aktion wurde gegen den umstrittenen neueröffneten Szeneladen " Narvik " protestiert. Dieser vertreibt bei rechten Jugendlichen beliebte Kleidung. Aufgerufen dazu hatten Magdeburgs Bündnisgrüne. Deren Stadtrat Sören Herbst ( Bild ) warnte davor, rechsradikales Gedankengut in Form von angesagter Kleidung in der Mitte der Gesellschaft ankommen zu lassen. Unter die Teilnehmer hatten sich auch offensichtlich rechte Jugendliche gemischt, die aber von der Polizei beobachtet wurden.



Stadt einig: Geschäft muss geschlossen werden


Altstadt ( pl ). Zu einer Mahnwache trafen sich gestern rund 150 Vertreter aus Politik und Kirchen vor dem Hundertwasserhaus. Ziel war der umstrittene Narvik-Laden, der der rechtsradikalen Szene zugerechnet wird. Seit der vergangenen Woche wird dort Kleidung der Marke " Thor Steinar ", besonders beliebt bei rechten Jugendlichen, verkauft. Die Eröffnung des Geschäftes im Hundertwasserhaus hat bundesweit für Aufsehen gesorgt ( wir berichteten ).

Aufgerufen zu der Mahnwache hatte Bündnis 90 / Die Grünen. Gekommen waren neben Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche auch Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb, Innenminister Holger Hövelmann, Landtagsvizepräsident Rüdiger Fikentscher, Magdeburger Stadträte aller Fraktionen und Gewerkschaftsvertreter. " Wir brauchen so einen Laden nicht in Magdeburg und auch nicht in Deutschland ", sagte Stadtrat Sören Herbst ( Bündnis 90 / Die Grünen ). Es sei ein großer Fehler gewesen, diesen Laden eröffnen zu lassen. Er warnte davor, Symbole rechtsradikalen Gedankenguts auf dem Wege über scheinbar angesagte Bekleidung in der Mitte der Gesellschaft ankommen zu lassen.

Rüdiger Fikentscher zog für sich und die Politik eine Lehre aus der Situation : Man müsse viel stärker auf die Symbole der rechtsradikalen Szene achten, denn Rechtsradikalität zeige sich nicht nur durch Gewalt und Kriminalität.

Für Magdeburg sei der umstrittene Laden im Hundertwasserhaus ein " herber Rückschlag ", sagte Sozialbeigeordnete Beate Bröcker, die den OB bei der Mahnwache vertrat. Die Stadt betreibe eine entschlossene Aufklärungspolitik und eine aktive Gedenkkultur, um etwas gegen den Rechtsradikalismus in Magdeburg zu unternehmen. " Wir wollen keinen braunen Laden im bunten Hundertwasserhaus ", so Bröckers klare Worte. Der Magdeburger Stadtrat hat sich am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung aller Fraktionen klar gegen den Narvik-Laden im Hunderwasserhaus ausgesprochen und den Vermieter, das katholische Siedlungswerk St. Gertrud, aufgefordert, den geschlossenen Mietvertrag so schnell wie möglich zu lösen.

Das habe man bereits getan, sagte Gero-Vorstand Norbert Diehl, der ebenfalls an der Mahnwache teilnahm. Er bekräftigte, dass sein Unternehmen beim Abschluss des Mietvertrages für den Laden über die politischen Hintergründe im Unklaren war.

Im Anschluss an die Mahnwache wurde im Hundertwasserhaus eine Ausstellung der Aktion " H ! Ngucken "" vom Bündnis gegen Rechts eröffnet.

Das umstrittene Geschäft war während der Mahnwache geschlossen. Wann es aus dem Hundertwasserhaus ausziehen muss, ist noch offen. Möglicherweise laufe alles auf einen Rechtsstreit zwischen Vermieter und Mieter hinaus, sagte Gero-Vorstand Diehl.

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